Krisenmanagement als vorbeugende Maßnahme

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Krisenmanagement als Krisenvorbeugung

Wer über Krisenmanagement spricht, meint die Krisenvorbeugung und die Krisenbewältigung. Eine wichtige Vorgabe um erfolgreich und somit Tragfähig zu bleiben, ist die Früherkennung von Chancen und Risiken – Stärken und Schwächen. Eine Krisenberatung lässt keine Krise aufkommen.

Im Krisenmanagement betrachten wir die Krise aus zwei Sichtweisen:

 

1. Krisenmanagement aus kaufmännische wirtschaftlicher Sicht

Die Krise ist sowohl für den Selbstständigen als für den Verbraucher unangenehm, beide haben Folgen. In den letzten Jahren hat es sich gezeigt, dass es Lösungen gibt und diese sind zu erarbeiten.

Gehen wir einmal näher auf die Krisenberatung für Unternehmer ein:

Die Konkurrenz sie schläft nicht. Der Druck auf den Unternehmer wächst und die kleinste Unachtsamkeit wird zu Überforderung führen. Vor allem kleine Firmen geraten dann in eine Krisensituation. Dies gilt es zu vermeiden. Zudem sind Kleinunternehmer ohne eine nachhaltige Finanzanalyse nicht gut aufgestellt. Daher ist zunächst eine aussagefähige Finanzplanung zu erstellen. Eine geeignete Planung ist der Grundstein zur Liquiditätsvorschau.

Ist das Unternehmen überlebensfähig, ist die Voraussetzung für den Erhalt der Firma geschaffen?

Sollte ein Problem zu erkennen sein, ist das nicht das Ende. In diesem Fall ist der erste Schritt die Fehleranalyse. Analysiert wird, warum Probleme nicht frühzeitig erkannt wurden. Ist somit eine Krise eingetreten, ist die Liquidität zu prüfen. Hiermit erkennt man schnell, ob das Unternehmen noch zukünftig Tragfähig bleibt.

Trotz gründlicher Vorbereitung in der Krisenberatung können spätere Durststrecken nicht ausgeschlossen werden. Daher ist es wichtig, die Zahlen nicht schön zureden. Erkennt man eine existenzbedrohende Situation, ist ein grundlegender Wechsel von Richtung und Strategie in Arbeitsweise und Struktur, die sogenannte Restrukturierung – von äußerste Wichtigkeit.

 

2. Die Ursache einer Krise

Die Ursachen einer Krise ist mannigfaltig.

Sie können zum Beispiel in einer veränderten Marktsituation, Forderungsausfälle, Konjunkturflaute liegen. Interne Auslöser können Fehler im Marketing, Fehleinschätzung der eigenen Situation sein. Auch warten viele Unternehmer mit allen Mitteln auf Geldeingänge säumiger Kunden, auf neue Aufträge und auf die Zusage eines neuen Kredites, bis sich Lieferanten, Banken, Auftraggeber und Versicherungen verärgert abgewendet haben.

Viele der Unternehmer arbeiten heute schon an der Grenze zur Selbstausbeutung und ein großer Teil lebt in der Nähe der Armutsrisikogrenze.

Ursachen transparent darstellen

Um Ihnen diese Ursachen zu verdeutlichen, werden wir Ihnen, die abzeichnenden Krisen an einigen verschiedenen Punkten transparent darstellen.

Stufe 1: Erste Anzeichen einer drohenden Krise

  • Die Angebotsnachfrage stagniert
  • Neue Kunden bleiben aus
  • Das angebotene Sortiment/Produkt sinkt deutlich
  • Es fehlen Marketingstrategien, konkrete Ziele sowie Pläne zur Zielerreichung
  • Der Erfolg von Marketingstrategien wird nicht überprüft
  • Es wird nicht ausreichend kalkuliert (Vor- / Zwischen- / Nachkalkulation)
  • über die Betriebskosten (z.B. Kosten einer Arbeitsstunde) besteht kein ausreichender Überblick
  • Es wird von Auftrag zu Auftrag gearbeitet
  • Ohne ausreichende Markt- und / oder Kundenanalyse

Rentabilitätskrise

Stufe 2: Rentabilitätskrise

  • Umsatz und Gewinne sinken
  • Es werden höhere Nachlässe und Zusatzleistungen angeboten, um einen Auftrag zu erhalten
  • In Preisverhandlungen wird man nachgiebiger
  • Zahlungsziele werden häufiger überschritten
  • Es wird häufiger um Ratenzahlung gebeten
  • Das Kreditlimit wird häufiger überschritten
  • Das Eigenkapital wird zusehends angegriffen
  • Das Verhältnis Gewinne / Privatentnahmen passt nicht mehr zueinander
  • Zunehmender Vertrauensverlust bei Banken, Lieferanten und Mitarbeitern
  • Die Vorlage von BWAs, Finanzierungsplänen, Ertragsvorausschauen usw. wird verzögert
  • Es wird nach weiteren Bankverbindungen / Kreditgebern gesucht
  • Die Organisation und Koordination im Unternehmen verschlechtert sich zunehmend, ebenso wie ganz allgemein die Kommunikation

Liquiditätskrise

Stufe 3: Liquiditätskrise

  • Flüssige Mittel sind kaum noch vorhanden
  • Verschuldung steigt zunehmend
  • Banken, Lieferanten u.a. Kreditgeber schrauben die Kreditlinien zurück
  • Es bestehen ESt.- und USt.- Rückstände
  • Sozialversicherungspflichtige Beiträge für Mitarbeiter (Löhne und Krankengelder) können nur noch schleppend bis gar nicht gezahlt werden (266a StGB)
  • Gläubiger mahnen massiv

Abweichungen zwischen angekündigten und tatsächlichen Zahlungseingängen etc.

Akute Insolvenzbedrohung

Stufe 4: Akute Insolvenzbedrohung

  • Es besteht Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung
  • Zwangsvollstreckungen der Gläubiger wie Kontopfändungen, Vollstreckungsbescheide usw. sind an der Tagesordnung
  • Die Banken geben kein Geld mehr
  • Der Kontokorrent wird gekündigt
  • Totaler Vertrauensverlust der Banken, Lieferanten, Kunden und Mitarbeiter